66 Prozent der Isländer haben für ihre “Facebook-Verfassung” gestimmt

Althing, isländisches Parlament in Reykjavík
Nachdem das isländische Volk am vergangenen Samstag die Möglichkeit hatte, über ihre neue Verfassung abzustimmen (mein Blog-Eintrag dazu hier), gibt es einen Erfolg zu vermelden. Der neuen Konstitution, die von einem vom Volk gewählten, 25-köpfigen Verfassungsrat mit Hilfe von Feedback aus dem Internet (u.a. Facebook) verfasst wurde, wurde von 66 Prozent der Wähler zugestimmt.
Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 50 Prozent bei insgesamt 235.000 Wahlberechtigten. Verbindlich ist das Ergebnis nicht, die Verfassung (PDF hier) muss jetzt vom derzeitigen Parlament und nach der Wahl im April 2013 vom dann neuen Parlament abgesegnet werden.
“Facebook-Verfassung” wird das Dokument deswegen genannt, weil die Erstellung via Internet crowdgesourced wurde. Während der Verfassungsrat am Entwurf arbeitete, gingen via Internet 3600 Kommentare und 370 Vorschläge ein, die teilweise in die jetzt vorliegende Verfassung eingearbeitet wurden.
Wer sich für Islands außergewöhnliche Geschichte in Bezug auf Internet, Medien, Crowdsourcing und Medien- und Meinungsfreiheit interessiert, der sollte zu meinem neuen Buch “Digitaler Frühling - Wer das Netz hat, hat die Macht?” greifen. Darin habe ich ein ganzes Kapitel dem kleinen Land samt Reportagen gewidmet.
Quelle digitalsirocco